Kirchschlag bei Linz (920m)

Der Ortskern selbst liegt auf einer Seehöhe von knapp 900m, die Wetterstation befindet sich im Gemeindegebiet von Kirchschlag - in Davidschlag auf 850m.
Der Großraum Kirchschlag ist bereits deutlich mehr vom böhmischen Klima geprägt, als die Landeshauptstadt Linz, die nur ca. 12 km südlich entfernt ist. Die Winter sind hier oft streng mit Schneehöhen von bis zu 150cm und sogar 2 Meter sind möglich - zusätzlich verweht der starke Wind den Schnee oft massiv.
In der Fotogalerie befinden sich ein paar beeindruckende Berichte der letzten Winter mit Bilder von tw. gigantischen Schneeverwehungen aber auch erheblichen Neuschneemengen.
Durch die Lage und Höhe von Kirchschlag ist aber auch vor allem in den Herbst- und Wintermonaten oft nebelfreies Wetter gegeben, während im Zentralraum (Linz) dann eine tagelange, ausgeprägte Hochnebellage vorherrscht.
Dafür verantwortlich ist neben der Seehöhe einmal mehr der Wind, der hier oben kaum Pausen einlegt und damit natürlich auch die Luft trocken und rein hält.

Wie so oft in Österreich anzutreffen, hat auch Kirchschlag sein eigenes Klima, dass oft überraschend konträr ist z.b. zu den nördlichen Teilen des Mühlviertels aber auch zur Landeshauptstadt.
Während ein Italientief dem Süden von Linz noch Niederschlagsreste beschert, bleibt das südliche Mühlviertel meist schon "verschont" davor.
Andererseits reicht die hügelige Landschaft rund um Kirchschlag aus um Niederschlagsgebiete, die aus westlichen bis nördlichen Richtungen kommen, länger festzuhalten, was wiederum zu "stauartigen" Niederschlägen führen kann. Natürlich bei weitem nicht so ausgeprägt wie im Alpenbereich!
Vor allem eben im Winter ist das dann an den gefallenen Neuschneemengen ersichtlich.

Im Sommer liegt Kirchschlag ebenso wie Linz in Bezug auf Gewitter eher isoliert von den Alpen. Das heißt Gewitter, die sich in den Alpen bilden, kommen eher selten ins Mühlviertel. Wenn dann aber Gewitter den Zentralraum erreichen, werden sie oft durch die aufsteigende Luft (von 260m auf knapp 1000m) noch einmal verstärkt, was zur Ursache hat, dass in Linz oft nur Wolken vorbeiziehen, die sich über dem Mühlviertel wieder in Gewitter formieren.
Andererseits haben bauliche Veränderungen in der nahen Umgebung ebenfalls klimatische Spuren hinterlassen - so z.B. "produziert" der nahe und flächenmäßig sehr große Moldaustausee vor allem im Sommer sein eigenes Wetter.
Ist die Wetterausgangslage passend, steigt die feuchte Luft über dem See rasch an den Nordhängen der Mühlviertler Berge auf, und sorgt meist schon um die Mittagszeit für erste Schauer im Norden des Mühlviertels (Sternsteinregion), die sich nach und nach in durchaus heftige Gewitter verwandeln können und zumindestens den Kirchschlager Raum mit Wolken beeinflussen können.