Orkan Kyrill verwüstete am 18.1.2007 weite Teile Europas!
Auch in Kirchschlag sorgte der Orkan für teilweise schwere Verwüstungen.
In der Nacht auf den 19.1.2007 tobte der Orkan mit mehr als 120 km/h über die Hochlagen von Kirchschlag hinweg und hinterließ vor allem
in der Natur schwere Schäden.
Aufgrund der Berechnungen der Wetterkarten, die diesen Orkan schon fast eine Woche zuvor richtig einschätzten, gab es noch genügend Zeit
für notwendige Sicherungsarbeiten und auch die Warnungen gingen allesamt rechtzeitig mit den Medien wie Radio, Fernsehen und Internet raus.
Vor den Fotos der gewaltigen Schäden - hier noch einmal der Blick auf die Wetterkarten wie z.B. den Isobarenverlauf, der schön zeigt,
mit welcher Wucht die Natur den Ausgleich zwischen der kalten Luft im Norden und der vorherrschenden, warmen Luft über Mitteleuropa durchführt.
Die Karte zeigt die Berechnungen fast 4 Tage vor dem Beginn des Orkans über Österreich - zu diesem Zeitpunkt war schon klar, dass uns eine
außergewöhnliche Wetterlage bevorstehen wird - nur die Intensität konnte man am Montag zuvor noch nicht wirklich einschätzen.

Knapp 2 Tage vor dem Orkan wurde immer mehr klar, dass vor allem nördlich des Alpenhauptkamms eine schwere Sturmlage bevorstehen wird und das war dann auch der Zeitpunkt, wo erste Warnungen in den Medien und natürlich auch auf der Kirchschlager Wetterseite veröffentlicht wurden. Im nachfolgenden Bild der Mittelwert des Windes in 10 Meter Höhe über dem Erdboden...

Da vor dem Orkan nicht klar war, wie sich der enorme Winddruck auf die Wetterhütte und deren Befestigung auswirken wird, wurden zur Sicherheit zusätzliche Befestigungen durchgeführt - am Tag danach war anhand der Messwerte klar, dass die Wetterhütte den Sturm ohne Beschädigungen wahrscheinlich nicht überstanden hätte.

Nun aber zu den Auswirkungen des Orkans...
Einen Tag nach dem Orkan wurde sichtbar, wie schwer die Schäden in den Wäldern waren.
In den nachfolgenden Bilder sieht man die Überreste eines völlig zerstörten Waldes in der Nachbargemeinde Hellmonsödt.
Nur noch vereinzelt standen im Wald (der einmal einer war...) dünne Bäume, die sich in den Sturmböen bogen.
Gespenstisch rauschte es in den verbliebenen Fichten - die umgestürzten Bäume wurden meist in einer Höhe von 2-3 Meter richtiggehend abgeschlagen...
Man muss sich die Situation vorstellen, wie es da wohl während der Orkanböen zugegangen sein muss - nicht nur der gewaltige Lärm der umstürzenden Bäume,
sondern auch die Bilder des immer lichter werdenden Waldes müssten wohl ein nicht vergesslicher Anblick gewesen sein. Ganz zu schweigen bzgl.
der Lebensgefahr, die zu diesem Zeitpunkt in wohl allen Wäldern in der Umgebung geherrscht hat.


Speziell am Rande des Waldes wurde ersichtlich, dass die Bäume zwar vom Holz her stärker waren, der Orkan letztendlich dennoch gesiegt hatte, weil die Bäume, die nicht brachen, einfach entwurzelt wurden...

Und so sah es dann entlang des Waldrands aus...
Dennoch blieben am Rande des Waldes die meisten Bäume noch stehen, da sie sich durch die zahlreichen Stürme zuvor einfach dementsprechend
fester im Wachstum entwickelt hatten.

Wieder ein Blick in das Innere des zerstörten Waldes...

Aber auch die Straßen neben den Wäldern waren am Tag danach noch nicht befahrbar.

Ein anderer Wald in Kirchschlag - ein ähnliches Bild...

Auch fast 100 Jahre alte Bäume konnten dem Orkan dieses mal nicht widerstehen und wurden mitsamt dem Wurzelstock ausgerissen.

Ein anderes Phänomen!
Auch Mitten im Wald am Breitenstein wurden Bäume in der selben Höhe von 2-3 Meter gekappt.
Hier dürften nicht nur horizontale Windkräfte im Spiel gewesen sein, sondern auch vertikale Windböen, die in die Mitte der Wälder von oben eingefahren sind.
Damit wird schnell klar - Sicherheit bei so einem Ereignis gibt es weder am Rand des Waldes, noch in dessen Mitte.
Jeder Aufenthalt bei solch einem Sturm ist im Wald absolut lebensgefährlich!!!

Klarerweise fielen dem Orkan auch viele Tafeln, Hinweisschilder und natürlich auch Werbewände zum Opfer...

Hier wird eine andere Wucht der Windgeschwindigkeit sichtbar, denn die Schneeschutzmassnahmen in Kirchschlag wurden vom Orkan regelrecht zerlegt und dann viel Meter weit weggeschleudert.

An dieser Stelle am Ende des Berichts sollten wir uns immer in Erinnerung halten - bei einem derartigen Sturm ist jeglicher Aufenthalt im Freien absolut lebensgefährlich - wie die letzten Bilder zumindestens ansatzweise demonstrieren! Nebenbei hat der Orkan auch indirekt die Wetterstation selbst beschädigt, da durch Kurzschlüsse und Überspannungen Teile der Anlage zerstört wurden...
